topf und söhne: Kontinuierlich arbeitender Leichenverbrennungs- ofen für Massenbetrieb

Patentantrag: Kontinuierlich arbeitender Leichenverbrennungsofen für Massenbetrieb
Am 4. November 1942 stellte die Firma unter der Nummer T 58240 Kl. 24 beim Reichspatentamt Berlin den Antrag auf ein Patent eines Durchlaufofens für die Massenverbrennung von Leichen. Der Patentanmeldung ist zu entnehmen, dass der Topf-Ingenieur Fritz Sander, der den Antrag formulierte, über den Verwendungszweck, nämlich der Verbrennung der Leichen von Lagerinsassen, Bescheid wusste. Dort heißt es:
„In den durch den Krieg und seine Folgen bedingten Sammellagern der besetzten Ostgebiete mit ihrer unvermeidbar hohen Sterblichkeit ist die Erdbestattung der großen Menge verstorbener Lagerinsassen nicht durchführbar. Einerseits aus Mangel an Platz und Personal, andererseits wegen der Gefahr, die der näheren und weiteren Umgebung durch die Erdbestattung der vielfach an Infektionskrankheiten Verstorbenen unmittelbar und mittelbar droht. Es besteht daher der Zwang, die ständig anfallende, große Anzahl von Leichen durch Einäscherung schnell, sicher und hygienisch einwandfrei zu beseitigen. Dabei kann natürlich nicht nach den für das reichsdeutsche Gebiet geltenden gesetzlichen Bestimmungen verfahren werden.“

1950 oder nach anderen Quellen 1953 erteilte das Bundespatentamt die Patentschrift Nr. 861 731 (Klasse 24d) über ein Verfahren und Vorrichtung zur Verbrennung von Leichen, Kadavern und Teilen davon an die Firma J. A. Topf und Söhne. Das Patent wurde aufgrund des Ersten Überleitungsgesetzes vom 8. Juli 1949 erteilt!
heute kam es in den nachrichten, die erinnerungsstätte des ehemaligen topf & söhne geländes wurde heute eröffnet, auch wenn noch nicht alles fertig gestellt worden ist. fertig dagegen ist ja schon seit längerem das einkaufsareal das sich auf dem ehemaligen topf und söhne gelände befindet. auf dem gelände befand sich auch bis zu desen räumung am 16.4.2009 das besetzte haus erfurt dessen bewohner sich seit jahren für ein gedenkzentrum eingestzt haben. von ihnen stammt auch der virtuellen rundgang über die topf & söhne industriebrache.

im sommer 2010 sah der wegweiser zur gedenkstätte so aus (warum topf und söhne in anführungsstrichen ist weiss ich nicht):

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