Archiv für November 2008

virtualität & kontrolle

das im novemebr stattgefundene symposium: virtualität & kontrolle an der hochschule für bildene künste in hamburg ist nun teileweise als audio-dokumentation zum nachhören da. interresierte flitzen rüber zu folgende unified resource location: http://querdurch.hfbk.net/dokumentation.html.

das volle programm mit kurzen abschnitten über die vorträge sammt dokumentation ist auch hier zu finden.

»Moderne Gesellschaften werden zusehends zu Systemen, die „durch unablässige Kontrolle und unmittelbare Kommunikation“ funktionieren (Gilles Deleuze). Diese Entwicklung weist ebenso politische, ökonomische, kulturelle wie technisch-mediale Aspekte auf. Nicht zuletzt stellt sie vor Probleme des „Virtuellen“: Wie lassen sich Fluchtlinien, Techniken und Stratageme denken, die den Techniken der Kontrolle und Selbstkontrolle entgehen – politisch, ökonomisch, kulturell und künstlerisch?«

1992-1994 – Back In The Days Vol.1

teil eins der super compilation sammlung von stücken die ich ca. 1992 bis 1994 gemacht habe. komponiert wurde damals mit dem legänderen programm sound edit von macromedia als software zusammen mit einem kleinen grauen audiointerface mit eingebauten mikro und mini-mono-klinke auf einem macintosh se/30 mit ich weiss nichtmehr wieviel arbeitsspeicher. da die 30 mb festplatte klein war wurden syquest wechselfestplatten benutzt, allerdings nur die kleinen 44 megabyte grossen. sound edit war ein perfektes programm, multispur, 8bit, mit ein paar sehr feinen dsp algorithmen, manchmal stürtzte es ab und nach neustart war die musik total durcheinander gecuttet. daher wurden die stücke auch meistens sofort auf compact audio magnetband kassetten überspielt und dann die files aufm rechner gelöscht um den kostbaren speicherplatz wieder für neue projekte freizukriegen. erschienen sind die sachen damals glaube ich auf zwei tapes in einer massiven 10er auflage und das ein oder andere stück auf mixtapes.

istari_lasterfahrer_economy_system.mp3
knackiger hardcore hiphop. irgendwie scheint der sprachsample »rule the economie system« irgendwas bedeutet zu haben, mir ist allerdings überhaupt nicht mehr klar welchen sinn das ganze haben soll. die komischen glocken percussion sounds und das zerhacken des sprachsamples waren aber für die damalige zeit wegbereitend. ahja natuerlich amenbreak!

istari_lasterfahrer_evolution_will_not_help_us.mp3
nochmal knackiger hardcoresound, mischt tekno mit hiphop. »evolution will not help us now« die pessimistische grundaussage dieses tanzflur brenners, vermischt werden hier standart hiphop scratch samples aus dem damaligen cd verleih nahe der hamburger uni und einem mittschnitt einer fernsehdoku über die 68er. besonders stolz war ich über die perfekt gecutteten und gepitchten bass sounds.

istari_lasterfahrer_force_the_self_of_your_body.mp3
ja da wurde wohl versucht acid tekno zu produzieren. geht aber auf jedenfall mal nen zahn schneller ab. die hippie frau aus dem einen jimi hendrix film mit ihrem esoterischen tantra meditations spruch passte da prima rein. damals gabs auf der reeperbahn so einen kleinen 4×4 meter keller mit nebel und strobo. nur hatte ich keine claps damals. warum da jetzt »deutschland muss sterben« von dem slime abschiedskonzert noch drinn ist erschliesst sich mir nicht mehr so genau. das typische hacken der takte ist aufjedenfall drin, da sound edit keine takte kannte und alles auf sekunden geschnitten werden musste.


ein hit damals. sprachsamples von freunden die im urlaub über andere leute herziehen. rythmische raffinese machen diesen speedcore trak aus. die funky passage kommt aufjedenfall sehr gut. auch irgendwie ein kurzes happyhardcore piano drin. hm weiss garnicht ob ich das damals überhaupt schon gehört hab. na gut.


hier gehts auf jedenfall easy hiphop maessig loss bis dann das hyper-geboller lossgeht. leider sorgte dort auch wiedermal die fehlende takteinteilung für einen sehr merkwürdigen flow. der sprachsample der in diesem stück für doch sehr dramatische stimmung sorgt ist aus irgendeinem film, denn selben sample habe ich später, ich glaube in einem inushini track, bloss anders geschnitten wiedergefunden. der hundegebell beat und die kurze action am ende ist eigentlich nicht schlecht.

istari_lasterfahrer_deadfish.mp3
einfluffiger ska song – inspiriert von der damals gekauften the ex 10inch mit dem selben titel. sogar ich selbst habe gesungen, oder gesprochen. meisterwerk der vocal cuts.

istari_lasterfahrer_dont_touch_that_title.mp3
merkwürdiges hektisches geplocker. mit nem verträumten mittelteil. schmusse gabba für samtausgekleidete entspannungsräume. spätestens hier wird bemerkbar das ich irgendwie nur eine einzige teknokassette besessen habe zum samplen.

istari_lasterfahrer_time_for_trouble.mp3
hardcore b-boy cuts von meisterhand für kenner. vermutlich einfach mal so gemacht.

istari_lasterfahrer_no_way_we_stay.mp3
jenes stück ist ein rätsel. wirr in der aussage. scheint irgendwie mal aggitatorisch gemeint gewesen zu sein. nu denn, bemerkenswert sind hierbei die technik die sprachsamples total schnell abzuspielen. auch toll das selbst eingespielte kazoo und akustik gitarre. gerade weil damals das gleichzeitige abspielen und aufnehmen nicht funktioniert hat. die mit dem sound edit internen frequenz generator erzeugten synthsweeps sind ein besonderer schmankerl.

istari_lasterfahrer_bugyman_attacking.mp3
schnaufender tekno. die sprachsamples stammen glaube ich aus nem frank zappa road tape das auf irgeneiner »jazz is not dead it just snells funny« cd drauf war. naja irgenwie etwas sinnloss das ganze stücke.

Geschichten vom Affenfelsen

kriesensitzung im cia hauptquartier, seitdem die kartelle absatzschwirigkeiten bekommen haben sieht es schwarz aus mit der jahresbilianz. kaum noch wird das weisse pulver von hedgie und seiner crew gekauft. seitdem sie an der finanzspritzennadel hängen, wird nurnoch pudding gesaugt. pappa staat gibt den nun auf der strasse rumlungernden schnöselbanden immer neue angebote für einen neuen kick. was genau die therapie ist weiss keiner so genau: methadon, endorphiene, adrenalin, noradrenalin, dopamin oder sollte es besser strychnin sein? drogenexperten sind ratloss, schliesslich sollten die eltern ihre drogenabhängigen kinder nicht noch in ihrer sucht unterstützen oder wie ein fachmann dazu sagte: „Kann man sich seinen Ellenbogen mit der eigenen Zunge lecken?“. derweil scheint pappa und mama doch irgendwie aufzugehen das die nadel die vorne reingesteckt wird hinten wieder rauskommt, und der ganze saft einfach auf den heissen asphalt tropft und verdampft anstatt irgendwo irgendwas reinzupumpen. um ein neues buch aufzumachen, muss man das vorige zuerst schließen oder besser gesagt: eine wichtige volkswirtschaftliche funktion der spekulation besteht darin, dass sich über den kapitalmarkt gegebene unternehmerische risiken gegen eine angemessene renditeerwartung an die gruppe der spekulanten übertragen lassen (im guten wie im schlechten).

hütchenspielen

»Mit Leerverkäufen, in Fachkreisen als «short-selling» bekannt, kann an der Börse auch bei fallenden Kursen Geld verdient werden. Dazu verkauft ein Händler Aktien, die er gar nicht besitzt, sondern sich gegen Gebühr bei Dritten ausleiht – in der Hoffnung, sie bei fallenden Kursen später billiger zurückkaufen und dann dem Verleiher wiedergeben zu können. Die Differenz zwischen den Preisen streichen sie als Gewinn ein. Die Wette geht aber nicht immer auf: Steigt der Aktienkurs bis zur vereinbarten Rückgabezeit, entsteht dem Händler ein Verlust.«
habe mich in letzter zeit gefragt wie das mit den sogennanten wetten auf dem börsenmarkt funktioniert.